Kleine romantische Glocke mit historischem Joch
Neuguss einer romantischen Glocke mit leichter Rippe. Für die Größe der Glocke besonders tiefer Ton. Die Rippe entspricht dem historischen Vorbild des Gießers Carl Kirchdörfer aus Schwäbisch Hall (19. Jahrhundert). Eine seiner Originalglocken ist im Glockenmuseum in Herrenberg zu sehen.
Der Guss fand am 09.09.06 vor Ort in Vaihingen/Enz statt. Photos des Gusstags siehe Rubrik "Info".
Gießersignum "PG" (Peter Glasbrenner).
Kleine Inschrift am Schlagring: "Kirchdörfer".
Nominalton h2 +10.
Sehr singfreudig - besonders tiefer Ton - in der Stimmung des 19. Jahrhunderts mit leicht betonter Septime.
Durchmesser ca. 35 cm.
Gewicht: ca. 23,3 kg.
Gießerei: Peter Glasbrenner, D-Tüngental
Schriftliche Klanganalyse des Gießers liegt vor.
Komplett mit hochwertigem freiformgeschmiedetem Klöppel.
Mit neuer Armatur fertig aufgehängt an historischem Eichenjoch des 19. Jahrhunderts. Montiert an konstruktiv frei gestaltetem Glockenstuhl aus historischem Nadelholz von 1890 (mit modernen schweren Gummifüßen zur Körperschalldämpfung).
Läutbar von Hand.
Nachrüstung eines Läutemotors, Dauer- oder Intervallgeläut wegen des historischen Jochs nicht möglich!
Unser Kommentar:
In dieser Komposition ein einmaliges Stück: Ein gelungener Nachguss des 19. Jahrhunderts an einem historischen Joch - aufgehängt an einem Stuhl aus Balken der Zeit (auf den Balken finden sich sogar noch die originalen Zeichen des Zimmermanns!).
Wir haben uns die Frage gestellt: Welcher Weg bleibt? Die Glocken des 19. Jahrunderts wurden zu Tausenden in den beiden Weltkriegen eingeschmolzen. Es bleibt heute nur noch der Weg des Nachgusses. Und wenn dann das Glück eines passenden Joches dazukommt...!
Wer so etwas aufstellt: Hier ein Tipp zur Erhaltung der guten Nachbarschaft: Umkleben Sie den Klöppel mit dickem stabilem Klebeband. Das ergibt eine erhebliche Reduzierung der Lautstärke. Und der eigenständige lebendige Klang der leichten Rippe wird trotzdem erlebbar. Die Kirchdörfer-Rippe beweist: Harmonie hat meist wenig mit Mathematik zu tun. Sie entsteht vielmehr aus Individualität.

